Steuerberater in München informiert zum Thema: „Rechnungsangaben“

 

In Deutschland haben wir ein Netto-Allphasen-Umsatzsteuersystem mit sofortigen Vorsteuerabzug wobei nach dem Willen des Gesetzgebers die Steuerlast der Endverbraucher tragen soll. Das bedeutet, dass jeder Unternehmer nur den Teil der Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen muss, der auf die Wertschöpfung in seinem Unternehmen zurück zu führen ist. Dabei findet auf jeder Stufe der Wertschöpfung zwar eine Belastung mit Umsatzsteuer statt gleichzeitig wird aber die Umsatzsteuer, die andere Unternehmer für bezogene Lieferungen und Leistungen in Rechnung gestellt haben als sog. Vorsteuerabzug von der Umsatzsteuerlast des Unternehmers abgesetzt. Diese Vorgehen ist notwendig, da der Verkäufer eines Produktes oder einer Dienstleistung häufig nicht weiß, ob der Empfänger der Leistung diese für sein Unternehmen bezogen hat oder als Privatperson.

 

Voraussetzung für die Gewährung des Vorsteuerabzugs ist das vorliegen einer ordnungsgemäßen Rechnung, d.h. ein Unternehmer muss von seinen Lieferanten und Dienstleistern eine Rechnung mit vollständigen und richtigen Rechnungsangaben unter Einhaltung aller Formvorschriften erhalten und diese aufbewahren.

 

 

Rechnungsangaben

 

Eine ordnungsgemäße Rechnung muss gem. § 14 Abs. 4 UStG folgende Rechnungsangaben enthalten.

 

  1. vollständiger Namen und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  2. die dem leistenden Unternehmer vom Finanzamt erteilte Steuernummer oder die ihm vom Bundeszentralamt für Steuern erteilte Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  3. das Ausstellungsdatum (Rechnungsdatum)
  4. eine fortlaufende Nummer (Rechnungsnummer) mit einer oder mehreren Zahlenreihen, die zur Identifizierung der Rechnung vom Rechnungsaussteller einmalig vergeben wird (Rechnungsnummer)
  5. die Menge und die Art (handelsübliche Bezeichnung) der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung
  6. den Zeitpunkt der Lieferung oder sonstige Leistung. Bei Abschlagszahlungen den Zeitpunkt der Vereinnahmung des Entgelts oder eines Teils des Entgelts, sofern der Zeitpunkt feststeht und nicht mit dem Rechnungsdatum übereinstimmt
  7. das nach Steuersätzen und einzelnen Steuerbefreiungen aufgeschlüsselte Entgelt für die Lieferung oder sonstigen Leistung sowie jede im Voraus vereinbarte Minderung des Entgeltes
  8. den anzuwendenden Steuersatz sowie den auf das Entgelt entfallende Steuerbetrag oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Leistung steuerfrei ist
  9. In bestimmten Fällen eine Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht. Vergleichen Sie hierzu § 14b Abs. 1 UStG
  10. bei Ausstellung der Rechnung durch den Leistungsempfänger oder einen von ihm beauftragten Dritten  die Angabe „Gutschrift“

 

Hinweis:

Bei Gutschriften im Sinne des Umsatzsteuergesetzes handelt es sich ausschließlich um Abrechnungsdokumente, die durch den Leistungsempfänger ausgestellt wurden. Nur diese Art der Abrechnung ist verpflichtend als Gutschrift zu bezeichnen. Die Abrechnung mittels Gutschrift ist zulässig, wenn eine entsprechende Vereinbarung zur Abrechnung mittels Gutschrift zwischen den Vertragsparteien besteht. Häufig wird im Geschäftsverkehr die Bezeichnung Gutschrift auch für nachträgliche Minderungen des Entgelts verwendet. Wir empfehlen für die Bezeichnung derartige Abrechnungsdokumenten den Begriff „Rechnungskorrekturbeleg“.

 

 

Kleinbetragsrechnung

 

Erleichterungen bei den Rechnungsangaben bestehen bei sog. Kleinbetragsrechnungen gem. § 33 UStDV. Es handelt sich dabei um Rechnungen bis zu einem Gesamtbetrag (inkl. USt) von 150 Euro. Sie müssen lediglich folgende Angaben enthalten:

  1. den vollständigen Namen und die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
  2. das Ausstellungsdatum
  3. die Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung (allgemeine Angaben wie „Beratungsleistungen“ oder „technische Kontrolle“ genügen eben sowenig wie die bloße Angabe der Warengattung wie „Computerzubehör“)
  4. das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe aber getrennt nach Steuersätzen sowie jeweils den anzuwendenden Steuersatz oder im Fall einer Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt

 

Sofern eine Rechnung oder Gutschrift nicht alle Angaben enthält oder Angaben in einer Rechnung unzutreffend sind kommt eine Berichtigung der Rechnung durch den Aussteller in Frage. Die Berichtigung kann entweder durch Ausstellung einer neuen Rechnung erfolgen oder aber durch Ergänzung bzw. Korrektur nur der fehlenden oder unzutreffenden Angaben.

 

Für weitere Informationen möchten wir als Steuerberater Ihnen die folgenden Mandanten-Merkblätter bereitstellen. Sollten Sie Rückfragen haben bitten wir Sie uns telefonisch zu kontaktieren.

 

Anforderungen an eine Rechnung

 

Aus dem Inhalt:

  • Formalanforderungen
  • Kleinbetragsrechnungen
  • Rechnungsberichtigung
  • Checkliste Pflichtangaben

 

Elektronische Rechnungen

 

Aus dem Inhalt:

  • Rechnungsbestandteile
  • Anforderungen an elektronische Rechnungen
  • Verschiedene Verfahren im Vergleich
  • Aufbewahrung von elektronischen Rechnungen

 

 

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Hinweis

Die bereitgestellten Informationen und Merkblätter sollen Ihnen einen ersten Hinweis geben und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Diese Informationen können eine individuelle Beratung im Einzelfall nicht ersetzten. Alle bereitgestellten Informationen und Angaben in den Merkblättern haben wir nach besten Wissen zusammengestellt. Obwohl sie mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, kann eine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit nicht übernommen werden.